Q&A: Hat Traumatisierung einen sinn? Und wie entsteht sie?
Frage von Kiana: Hat Traumatisierung einen sinn? Und wie entsteht sie?
Ich meine, die menschen leiden doch nur darunter…
Und wie entstehen sie,wenn sie sinn haben?
Ich sehe da keinen.
Beste Antwort:
Answer by Frager
Ich denke traumatisiert sind Menschen, die eine extreme Situation mental nicht so schnell verarbeiten können.
Der traumatische Zustand lässt diesen Menschen dann vielleicht bestimmte Szenen im Kopf durchspielen und immer wieder daran denken.
In denke der “Sinn” ist der, dass unser Verstand mit dieser unbegreiflichen Situation klarzukommen versucht, aber wir es nicht sofort realisieren können.
Ich denke so ähnlich verhält es sich auch mit dem Koma, nur das in dem Fall der Körper sogar den Zustand so stark erweitert, dass er sich selbst einschließt in seinen Gedanken damit man alleien sich der Sache bewusst werden kann.
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Gepostet in Traumatisierung

21.01.2012 um 06:50
Ich denke, Traumatisierungen sind nur eine extreme Art des “Erfahrungen-abspeicherns”. Das Hirn speichert Erlebnisse ab, damit man nicht denselben Fehler zweimal macht und man das nächste Mal bei den ersten Anzeichen derselben Situation gleich gewarnt ist. Also eine Schutzfunktion. Nur bei Traumatisierungen ist es wie gesagt extremer. Ich denke, man könnte es eine Art “Erlebnis-Allergie” nennen – der Körper und das Hirn reagieren bei den kleinsten Anzeichen sofort, wo es nicht unbedingt nötig wäre.
21.01.2012 um 07:18
Hallo Karin,
ich glaube nicht dass Traumatisierung einen Sinn hat. Lass mich dir bitte folgend meine Ansicht darüber erklären. Nehmen wir als Beispiel ein Mensch geht in einer Stadt sorglos spazieren und neben ihm explodiert eine Autobombe und er überlebt. In dieser Situation ist jeder Mensch seelisch überfordert und jeder fühlt nur Ohnmacht und einen Verlust von aller Gefühlswelt die ihn bislang umgeben hat. Ich glaube nun das Menschen die eine Traumatisierung haben diesen Zustand der Entstand als die Autobombe explodierte nicht verarbeiten. Sie wollen es nicht wahrhaben dass plötzlich aus dem Nichts heraus ein Überfall auf ihre Psyche stattfand der jeglichen seelischen Schutz durchbrach. Ich glaube dass Menschen mit einer Traumatisierung eine Art Profilaxe betreiben, dass heisst sie versuchen Ihre Psyche permanent auf AKTIVIERUNG zu belassen um jederzeit wieder gegen so einen plötzlichen Überfall gewappnet zu sein. Ich glaube dass es THEORETISCH jeder Mensch der so etwas wie in meinem Beispiel erlebt hat, so schnell wie möglich sich damit auseinander setzen sollte und es AKZEPTIEREN sollte. Ich glaube dass AKZEPTANZ bei der Traumatisierung ein Wesentlicher Bestandteil dessen ist dass man wieder gesund wird. SICH DESSEN KLAR WERDEN DASS MAN NICHTS GEGEN DEN ÜBERFALL MACHEN KONNTE; DASS DIESER GESCHEHEN IST; DASS MAN IN EINER OHNMÄCHTIGEN WELT WAR UND DASS DIESER ZUSTAND DIE REALITÄT WAR. DAS SOLLTE MAN VERARBEITEN UND ES AKZEPTIEREN. MAN SOLLTE SEINE GEFÜHLE DIE MAN BEI DEM ÜBERFALL ERLEBT HAT ANNEHMEN – SIE WAREN DA UND NUR WENN MAN SIE ALS ERLEBT ANNIMMT WIRD MAN NACH UND NACH EINE TRAUMATISIERUNG ÜBERWINDEN
Soviel zu meiner Theorie – und ICH WEISS DASS DIE PRAXIS SEHR SEHR SEHR SCHWER IST jedoch sollte man sich damit ernsthaft auseinandersetzen was passiert ist. TRAUER KANN AUCH SEHR WICHTIG SEIN – TRAUER EMPFINDEN DASS SO ETWAS SCHRECKLICHES EINEM WIDERFAHREN IST: UND SICH SELBST SO ANNEHMEN WIE MAN IST, MIT DEN SCHLECHTEN ERFAHRUNGEN DIE EINEM PASSIERT SIND – ICH WÜNSCHE DIR DAS ALLERBESTE BEI DEINER GENESUNG
21.01.2012 um 08:04
Der Kopf verstärkt in einer Extremsituation gewisse körperliche Aktivitäten, die das Überleben in Gefahr sichern sollen. Da es ein sehr altes Programm ist, diente dieser Zustand z.B. zur besseren Flucht, wenn der Mensch plötzlich vor einem Raubtier stand.
Darmfunktion und andere Dinge werden “hinunter geschraubt”, andere Dinge, wie Muskeldurchblutung, werden verstärkt, Adrenalin wird ausgeschüttet. Wenn aber einige Faktoren zusammen kommen, dann gelingt es dem Hirn nicht mehr, diese Alarmreaktion zu unterbrechen. Etwa so, wie wenn eine Maus vor einer Schlange “vor Schreck” erstarrt, anstatt zu fliehen.
Der ganze menschliche Körper kann weiterhin so reagieren, als erlebe er die Situation dauerhaft. So entsteht ein Trauma. Das löst natürlich auf Dauer starken Stress aus und kann zu langwierigen körperlichen Symptomen führen: Beim dann später möglicherweise unter PTSB Leidenden bleibt der Körper in einer Art chronischem Aktivierungszustand – oft mit Angst-, Panik-, Schwäche- und Erschöpfungsgefühlen, Muskelsteifheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und vielem mehr. Auch Situationen, die an vergangene Traumata erinnern, lösen starken Stress aus.
Was also ursprünglich zum besseren Überleben gedacht war, hat in der Auswirkung als Trauma keinen Zweck für den Menschen
(War natürlich alles etwas gekürzt…).
21.01.2012 um 08:33
wenn menschen mit schrecklichen dingen konfrontiert wurden, z. b. in einem krieg vieles sahen und bei dem geschehen involviert wurden, ohne etwas dagegen tun zu können.
besonders sensible menschen schaffen es dann nicht, dieses alles menthal zu verarbeiten und brauchen somit dringenst fachliche hilfe, da nur sich mit dem ganzen geschehen unter psychologischer anleitung, es verarbeitet werden kann.
leider schaffen es trotzdem viele nicht, davon loszukommen und sind oftmals suizidgefährdet.
der sinn des ganzen ist, friedlich miteinander umzugehen.
das müßen die menschen kapieren, wird aber leider niemals so sein und immer ein traum bleiben.
21.01.2012 um 08:53
Eine Therapie gibt schon.
Eine gute Psychotherapie.
Eine lange Zeit Reise und der Welt sehen kann.
Viele verschiedenen Aktivitäten die doch das
Leben verbessern kann.
Kommt darauf an welches Bild zum ende entsteht.
21.01.2012 um 09:19
Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Beispiele für Erlebnisse, die Traumata auslösen können, sind Gewalt, Krieg, Folter, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, körperliche und seelische Misshandlung, Unfälle, Katastrophen oder Krankheiten. Auch emotionale Vernachlässigung, Verwahrlosung, soziale Ausgrenzung oder Mobbing können zu einer Traumatisierung führen. Mitunter kann die bloße Zeugenschaft eines solchen Ereignisses auf die beochachtende Person traumatisierend wirken.
Ein psychisches Trauma hat oft schwerwiegende Folgen für die traumatisierte Person, die von Leid- und Angstgefühlen bis hin zu schwerwiegenden psychischen Störungen reichen. In der medizinischen Diagnose wird unterschieden:
* Akute Belastungsreaktion, die unmittelbar auf das belastende Ereignis folgen und kurzfristig andauern.
* Posttraumatische Belastungsstörung, die erst mit größerem zeitlichen Abstand eintreten und oftmals chronische Formen annehmen können.
* Flashbacks, die – durch bestimmte Schlüsselreize ausgelöst – die Erinnerung an das zurückliegende Trauma erneut wachrufen.
* Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung, die im Zusammenhang von Mehrfachtraumatisierungen oder länger andauernden traumatischen Situationen auftreten.
Die wissenschaftliche Untersuchung der Wirkungen und Therapiemöglichkeiten der Traumata ist unter anderem eine Aufgabe der Psychotraumatologie. Der Umgang mit Traumatisierungsphänomenen nimmt in jeder Therapierichtung innerhalb der Psychologie eine zentrale Stellung ein, insbesondere in der Psychoanalyse, die unbewusste Wirkungen von Traumatisierungen untersucht und zu behandeln versucht.
Ein Trauma kann ebenso durch den Verlust, das (plötzliche) Verlassenwerden von einer wichtigen Bezugsperson, einem geliebten Menschen, ausgelöst werden. Nicht selten ist die Folge davon das Vermeiden von Nähe innerhalb von Beziehungen, da man große Angst empfindet, auch diese Person wieder zu verlieren. Kommt es nach einem Verlust zu einem erneuten Verlust einer wichtigen Bezugsperson, wird meist das erste Verlassenheitstrauma reaktiviert und man spricht von einer Retraumatisierung. Als in den siebziger und achtziger Jahren Kleinkinder in den Krankenhäusern nicht von ihren Eltern besucht werden durften, kam es bei vielen Kleinkindern und Säuglingen zu solchen Verlassenheitstraumata mit Sofort- und Spätfolgen: Die Kinder erkannten zum Teil ihre Eltern nicht wieder, ließen sich nicht mehr so tief auf Beziehungen ein oder klammerten verstärkt. Im Erwachsenenalter kann es z.B. zu unverhältnismäßig starken emotionalen Reaktionen kommen (Trigger), wenn eine wichtige Bezugsperson weggeht.
Die durch sog. Trigger ausgelösten Verhaltensweisen können sich bis ins hohe Alter zeigen. Ein Trigger ist ein Ereignis, das den Traumatisierten hauptsächlich emotional (meist in Form von Ängsten) an sein Trauma erinnert. Z.B. kann das Geräusch eines Sylvesterknallers bei einem Menschen, der einen Bombenangriff miterlebt hat, panische Angst auslösen. An das eigentliche traumatische Ereignis erinnert er sich jedoch in vielen Fällen nicht, besonders wenn es sich im Kleinkindalter ereignet hat. Maßgeblich für die Folgewirkungen des Traumas ist nicht die äußere Intensität des erlebten Ereignisses, sondern die subjektive Wahrnehmung der eigenen, zwangsläufig verdrängten schweren Kränkung bzw. Verletzung.
Nicht jedes Ereignis, welches hier als Trauma definiert ist, muss eine psychische Störung auslösen. Manchmal gelingt es Personen, die traumatischen Ereignisse auch ohne professionelle Hilfe zu bewältigen. Hierbei ist die Schwere des Traumas und die Unterstützung durch das soziale Umfeld entscheidend. Je schwerer die belastende Situation war, desto mehr vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln.
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